Spiritualität und Esoterik.
Warum sie meilenweit auseinanderliegen

 

 

Spiritualität und Esoterik. Points of Departure

Selten wurde derart heiß über Spiritualität und Esoterik diskutiert wie 2020 und 2021. Es wird auch 2022 weitergehen - die Debatte, welche Rolle Esoteriker im aktuellen Umbruch einnehmen, warum sie sich gegen den Staat, gegen Autoritäten wehren und mit den Rechten mitlaufen. Geschichtsvergessenheit, Verdrängung von historischen Fakten, die Entkontextualisierung von geschichtlichen Ereignissen nach der Pippi-Langstrumpf-Manier (ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt) und das übergroße Bedürfnis, endlich wahrgenommen zu werden, das Runterschreiben von Andersdenkenden, das bewusste und unbewusste Spalten ... bringen auch die Spiritualität, die bei Gott kein easy way out samt Erleuchtung ist, in Verruf. 

Wer sich wider besseren Wissens und unter Verdrängung historisch belegbarer Fakten missbrauchen lässt, trägt Mitverantwortung.  Vor allem muss man sich im klaren sein, in welche Reihen man sich stellt, wenn man möglichst laut mitbrüllt oder auch "nur" mitläuft und die Schamanentrommel frei nach Licht und Liebe dabei schlägt. Darauf kommt es jetzt gerade nicht an. Denn wir leben in Entscheidungszeiten. Und bitte lassen Sie endlich die Kategorisierung in Mainstream und Non-Meanstream beiseite. Das ist bereits very old school.

Selbstverständlich ist Kritik wünschenswert. Natürlich kann man sich gegen sogenannte Autoritäten auflehnen. Man kann alles ablehnen. Doch sind Sie bereit, die Konsequenzen zu tragen, wenn es so richtig eng wird?

  • Haben Sie eine eigene substantiierte Meinung. Damit kommen Sie am weitesten, auch wenn Sie damit nicht immer Beliebtheitspunkte einheimsen. Die sind mittlerweile auch unwichtig geworden. Sie müssen schon für sich selbst einstehen.

Esoterik in der aktuellen Form, die nichts, also rein gar nichts mit der alten Esoterik zu tun hat, wird mit gelebter, tiefer Spiritualität in einen Topf geworfen.

Studien spielen Wissenschaft und Spiritualität, die bei näherer Betrachtung eine Oberflächenesoterik ist, gegeneinander aus.  Dabei werden weder Spiritualität, noch Wissenschaft definiert, sondern als gegeben und doch undefiniert angenommen. Dies nützt weder Spiritualität, noch Esoterik und schon gar nicht der Wissenschaft. 

Als Wissenschafterin, die seit Jahrzehnten ihren persönlichen spirituellen Weg geht und vor allem weiß, wann sie was einsetzt und nicht gegeneinander ausspielt, will ich einige Gedanken mit Ihnen teilen. Möge vielen das berühmte Licht aufgehen und Spiritualität und Esoterik adäquat eingeordnet und gelebt werden. 

Bevor Sie entweder die Spiritualität und Esoterik und die Wissenschaft als Firlefanz und Manipulation abtun, informieren Sie sich. Könnte gegen so manche Nebenwirkung sehr helfen. #Wissenschütz ist seit Jahren mein Credo in dieser mittlerweile unsubstanziierten und niveaulosen Debatte.

  • Gewusst wie - haben sowohl Spiritualität und Esoterik (wahre Esoterik) als auch Wissenschaft ihren Platz. Da braucht es kein Gegeneinanderausspielen. Es braucht bloß Hausverstand, Wissen, ein offenes Herz und Bewusstsein.

Ist es einfach? Nein. Ist es leicht? Nein. Lohnt es? Ja.

 

Spiritualität und Esoterik. Zwei Geschwister, die in tiefer Abneigung verbunden sind 

Spiritualität und Esoterik sind Geschwister, die einander seit vielen Jahren in tiefer Abneigung verbunden sind.  Da sind die Eremiten, die Meditierer, die Faster, die Pilger, die Belesenen, die das erfahrene Wissen leben. Da sind die Räucherstäbchenfreaks, die Yoga-Leute, die Veganer, die Retreat-Fans, die Seminaristen, die eine Veranstaltung nach der anderen sammeln. Sie merken, ich pointiere und persifliere ganz bewusst, um zu zeigen, wo wir uns mitten drinnen befinden. Wer ist besser? Ich oder ich?

Vorurteile, in die Ecke von Sekten gedrängt zu werden, öffentliches Bashing und Verunglimpfungen, die in die Rufschädigung einzelner gehen, die Häufung von oft medialen Lordsiegelbewahrern dafür, was die öffentliche und veröffentlichte Meinung zu sein hat, gepaart mit einer gelegentlich selbstgerechten Haltung von Pseudokonservativismus, das Missbrauchen der klassischen Wissenschaft und ihren Methoden, um Spiritualität ins Aus zu schießen und zu diskreditieren …

  • alles nur, weil der Mensch seit jeher nach seiner Bestimmung und nach dem Sinn seines Lebens sucht – und gleichzeitig unglaublich veränderungsresistent ist. Nix ist schöner als ein oberflächlicher Wettbewerb! Dabei schrammt man an allem meilenweit vorbei, was heute für ein geglücktes Leben wichtig ist. Man reibt sich in sinnbefreiten Grabenkämpfen auf. Doch kommt man am eigenen Weg weiter?

Was bedeutet Spiritualität im gelebten Alltag?

Spiritualität bedeutet für mich ein bewusstes und achtsames LEBEN am Weg in die innere Einheit, die eine Verbindung aus Geistigem und Irdischen ist. Dieser Zugang zu Spiritualität ist integrativ, umfassend, natürlich und auf den eigenen Ursprung zurückgehend. Er verbindet Geistiges mit Weltlichem in einer regelmäßigen Anwendung.

Spiritualität ist etwas Lebendiges, das mit einer täglichen Selbstreflexion des eigenen Inneren untrennbar verbunden ist. Es ist ein Weg, der auch nie endet, der nicht immer einfach ist – jedoch sehr erfüllende Momente anbietet. Das ist nichts Neues und schon gar nichts Besonderes.

  • Es ist auch nicht einer speziellen Gruppe von Menschen vorbehalten. Ja – dieser Weg steht ALLEN MENSCHEN offen.

Für mich war und ist Spiritualität eng mit Bewusstsein, mit Bewusstheit und Gewahrsein in meinem Lebensalltag verbunden. Also keine Retreats. Kein Om-Singen und Chanten. Keine Selbstgeißelung. Ich lebe spirituelles Wissen, das sich laufend weiterentwickelt, seit gut 30 Jahren. Doch ich bin auch sehr pragmatisch und umsetzungsorientiert. Es nützt nichts, in den Wolken unterwegs zu sein und nichts im Alltag zu Wege zu bringen. Die große Kunst ist, zu Wissen, wann man was lebt.

  • Nichts ist für mich natürlicher als Spiritualität im Sinne eines ausgeprägten Bewusstsein, einer gelebten Bewusstheit und eines geübten Gewahrseins.

Ist diese Art von Spiritualität immer schön? Nein. Ist sie anstrengend? Ja. Der spirituelle Weg ist voll von Aufs und Abs, von Drehungen und Windungen, von dunklen Nächten der Seele.  Räucherstäbchen können dabei zeitweilig zumindest ein olifaktorisches Erlebnis bringen. Doch die Erleuchtung bringen sie nicht. Wobei man sich auch ehrlicherweise die Frage stellen muss, ob man immer erleuchtet sein will. Der spirituelle Weg ist ein Meisterweg. Er ist ein Weg des Übens, der Disziplin und der Hingabe. Natürlich gibt es auch Freude, Fröhlichkeit, Ausgelassensein und vieles mehr. Doch letztlich ist der spirituelle Weg der Weg nach innen, direkt und unverblümt ins eigene Innen. Mit all seinen Schattenseiten und Abgründen. Da hilft eben weder die Duftlappe noch das Räucherstäbchen beim Hinblicken auf sich selbst. 

Empfehle ich, den spirituellen Weg zu gehen? Nein! Sie gehen ihn, wenn er Ihnen gegeben ist. Sei es durch Lebenskrisen. Sei es durch dramatische Erlebnisse. Sei es durch spontane Erkenntnis. 

  • Gehen müssen Sie ihn jedenfalls sehr oft alleine. Das ist Teil des spirituellen Wegs. Doch genau dort liegt die eigene innere Erfüllung. 

Warum gibt es dieses Missverständnis rund um die Esoterik?

Ich gebe zu - oft ist die Abgrenzung zwischen Spiritualität und Esoterik nicht ganz einfach. Zeremonien und Rituale gibt es auch in der spirituellen Praxis. Jede ehrliche, tiefe Meditation ist eine derartige rituelle Übung. Wir finden dazu alle wichtigen Gedanken und Hinweise in vielen alten Schriften. Die meisten sind ESOTERISCH im tiefsten und ursprünglichen Sinn des Wortes – nach INNEN gerichtet. Das Missverständnis und die scheinbare Gegnerschaft zwischen heutiger Esoterik und Spiritualität geht auf Ereignisse im 19. Jahrhundert zurück. Diverse spiritistische Kreise wurden zu Geheimgesellschaften, suchten sich die Schmankerl dessen heraus, was für sie passend und vor allem verfügbar war und bastelten es zu einem Wissen, das sie als esoterisch bezeichneten. Wissen wurde zu einem Machtfaktor. Die missbräuchliche Verwendung im Dritten Reich trug ebenfalls zu einer Abwertung von Esoterik und Vermischung mit braunem Gedankengut bei. Viele sind sich dessen heute gar nicht mehr bewusst. So werden sie leichte Beute von jenen Kreisen, die für einen durchaus gewaltsamen Systembruch stehen.

  • Es ist eine unselige Mischung, die viel Verführung in sich birgt und wenig am eigenen Weg tatsächlich weiterhilft.

Wahre Esoterik ist heute kaum zugänglich, weil viel an Wissen verschüttet ist

Das alte esoterische Wissen wurde nur mündlich weitergegeben bzw. die Aufzeichnungen dazu verschwanden. Vieles geht auf die eingeweihten Kreise im alten Ägypten zurück. Wir können heute einiges erahnen aus den Fragmenten, die wir kennen. Wenn dann noch einiges, weil es machtpolitisch passt, dazugestrickt und erfunden wird, dann kommt das heraus, was wir heute unter Esoterik verstehen. Alles verbrämt mit dem New-Age-Getue, mit paganem Wissen, mit Schamanismus und Druidenwissen. Dessen muss man sich bewusst sein. Übrigens ist keiner gefeit davor, mal in die Oberflächenesoterik abzugleiten. 

Ist die heutige Esoterik eine Gefahr für wahrhafte Spiritualität? Das klingt ein bisschen nach der Frage der reinen Lehre. Wir haben keine klare Grenzziehung, was wohin gehört.

  • Gelebte Spiritualität wird sich immer und auf lange Sicht gegenüber der Oberflächen-Esoterik durchsetzen. Einfach – weil sie wirkungsvoll und sichtbar ist. 

So ist es aus meiner Sicht sinnbefreit, Spiritualität und Esoterik im heutigen Verständnis gegeneinander auszuspielen. Sie mögen Berührungspunkte haben, doch sie haben deutlich mehr Unterscheidungsmerkmale. Die wahre tiefe, alte Esoterik ist uns - noch - verschlossen. Doch sie hat nicht mit der New-Age-Oberflächenesoterik zu tun. Dessen müssen wir uns gewahr sein. Sie bleibt auch vielen verschlossen, da sie nicht bereit und auch gar nicht in der Lage sind, sich den anstrengenden Prozeduren zu unterwerfen. Wie Spiritualität uns in eine neue Form von persönlicher Macht führt, führte uns die wahre tiefe, alte Esoterik in einen Bereich unseres Seins, der ob der ungeahnten Möglichkeiten für die meisten gefährlich wäre. Daher blieb dieses uralte esoterische Wissen bewusst verschlossen. Nicht weil man es nicht teilen wollte, sondern weil man die Gefahr erkannte, die es für unbewusste Menschen mit sich bringt. 

Versuchen Sie sich an tiefer Spiritualität im Alltag. Sollte sich das wahre tiefe, alte Esoterikwissen für uns eröffnen, dann sind Sie - vielleicht - dafür bereit. Wenn Sie mitlaufen, dann informieren Sie sich wenigsten vorher und brüllen nicht nur unreflektiert mit. Denn - die Zeit, wo Sie dafür die Verantwortung, die Sie nicht delegieren können, auch wenn Sie sich das noch so sehr wünschen, übernehmen müssen. Diese Zeit ist bereits da. Es ist eine Zeit des Rechenschaft Ablegens. Ob Sie es wollen oder nicht. Sie werden nicht gefragt werden. Das ist übrigens das lebendige Prinzip von Resonanz und von Ursache und Wirkung. Es wirkt absolut und immer - und das lässt sich sogar wundervoll überprüfen.

 

Weiterführende Links:

Zur Zeitqualität und den persönlichen Notwendigkeiten: 
https://spirit-online.de/astrologischer-rueckblick-und-ausblick-fuer-2021-und-2022.html (hier finden Sie Impulse, was nun zu tun ist)

 

https://spirit-online.de/oekonomie-und-spiritualitaet-unvereinbar-oder-notwendig.html

https://spirit-online.de/wissenschaft-und-spiritualitaet-go-oder-no-go.html

https://spirit-online.de/spiritualitaet-als-differenzierte-weltsicht.html