LebensZeit

Wahrnehmungen zu endlichen Unendlichkeit

 

LebensZeit ... alleine schon die Schreibweise mag einen innehalten lassen.

In einer Zeit, in der nix fix und alles möglich ist. 

In einer Zeit, wo Vertraute und Vertrautes wegstirbt.

In einer Zeit, wo der Tod zur Konstante im Leben wird.

 

Einmal noch mag ich nach Paris fahren und über die Champs Elysee flanieren.

Einmal noch mag ich Kaiserschmarrn essen - du erinnerst dich - draußen in dem netten Lokal in den Weinbergen.

Die haben den besten Zwetschkenröster.

Einmal noch mag ich zum See fahren - die Brise des leichten Ostwindes auf meiner Haut spüren.

Den Seglern bei ihren geschickten Wendemanövern zuschauen.

Einmal noch mag ich mit zerrissenen Jeans herumlaufen - und über die spitzen Bemerkungen manch blasierter Dame laut lachen.

 

LebensZeit ... oft ungenutzt ... oft für selbstverständlich gehalten.

LebensZeit ... gelegentlich totgeschlagen, mit Langeweile versetzt und mit Hektik und Pseudostress verschlungen.

LebensZeit ... zu müde um sie zu bemerken, zu beschäftigen um sie zu würdigen.

LebensZeit ... dann erst bemerkt, wenn sie plötzlich nicht mehr so üppig vorhanden ist.

 

Doch wer weiß es schon, wenn die endliche Unendlichkeit beendet ist?

Wer kann schon mit Gewissheit sagen - das war's?

Wer getraut sich schon über das endlich Unendliche zu schreiben und zu sprechen?

Vielleicht angedeutet?

Vielleicht im Stillen bei sich?

Vielleicht dann, wenn es um die berühmte Wurst geht und das Ende brüllend da ist?

 

Carpe diem wird gerne und oft zitiert.

Dann geht es weiter im Strudel der sogenannten Notwendigkeiten und must haves and dos.

Wer nicht erkennt, dass es die endliche Unendlichkeit auf allen Ebenen unseres Sein gibt, erkennt ihre Schönheit und verkennt ihre Fülle, ihre Differenzierung, ihre Vielfalt - und ihre Möglichkeiten.

Bis zur letzten Sekunde.

Auch wenn diese unerwartet da ist.

Was für ein Segen.