Spiritualität … 

ein näherer Blick zur Klärung

 

 

 

Da ich seit Jahren immer wieder gefragt, was Spiritualität für mich bedeutet und wie das mit Coaching und Beratung zusammengeht, was Zyklen dabei zu suchen haben und überhaupt, was es denn mit all dem Gerede über „geh nach Innen – dort hast Du alle Antworten“ so auf sich hat, hier ein paar klärende Gedanken und eine Einladung, weiterzulesen. 

 

Was bedeutet Spiritualität für mich?

Spiritualität bedeutet FÜR MICH ein bewusstes und achtsames LEBEN am Weg in die innere Einheit, die eine Verbindung aus Geistigem und Irdischen ist. Was wie ein esoterisches Gesäusel klingt, ist für mich sehr konkret. Es ist der Weg ein Zurück zu sich Selbst – und der geht eben nur über den Weg nach Innen – niemals nach Außen und im Außen. Es ist der Weg zur vielzitierten, in Worten nicht umschreibbaren Quelle unseres Seins und die Rückverbindung mit der Quelle. Das ist nichts Neues und schon gar nichts Besonderes. Es ist auch nicht einer speziellen Gruppe von Menschen vorbehalten. Ja - dieser Weg steht ALLEN MENSCHEN offen. Wir finden dazu alle wichtigen Gedanken und Hinweise in vielen alten Schriften. Ich verbinde dieses Alte Wissen mit Neuen Erkenntnissen. Daher ist mein Verständnis von Spiritualität immer „gehimmelt & geerdet“. Und es ist alltagstauglich. Damit schaffe ich es, dem Leben seinen natürlichen Fluss zu geben.

All das verlangt nicht viel. Ein gutes geübten Bewusstsein als Form von Gewahrsein, das über die bekannten und programmierten 5 Sinne hinausgeht; also die innere Fähigkeit des Erkennens und des Verarbeitens, sodass daraus eine Handlung abgeleitet werden kann. Um an dieses Bewusstsein heranzukommen, sind vorher Erfahrungen, Erinnerungen, Glaubenssätze, Familienmuster, Generationsmuster etc. zu ergründen, zu erkennen und zu wandeln. Nichts davon wird weggeworfen und entsorgt. Das ist energetisch gar nicht möglich. Ich gehe davon aus, dass, damit im Außen etwas geschieht, es im eigenen Innen schon geschehen sein muss.

Zudem ist eine ausgeprägte Achtsamkeit wesentlich, d.h. Klarheit im umfassenden Sinn ist gefragt. Gedanken und Gefühle sind sortiert und auf ein Minimum reduziert. Dann erst lassen sich Gedanken und Gefühle absichtsvoll und somit zielgerichtet einsetzen. Dann erst können Entscheidungen getroffen werden. Leben ist ja Entscheidungen treffen. Wir sprechen daher über etwas völlig Normales. Somit kann dann ein Weg beschritten werden, der alles andere beiseitelässt. Im Hier und Jetzt sein, das heisst die Vergangenheit und die Zukunft ruhen lassen. Im Unterscheidungsvermögen sein bedeutet Bewertungen, Be- und Verurteilungen beiseitelassen. Offen sein, also Möglichkeiten zulassen. Neugierig sein und bislang Unbekanntem Zugang gewähren.

All das ist wesentlich einfacher als nach alten Schablonen zu leben. Vor allem wird man dann zum Meister in dem, was man tatsächlich will – und nicht zum Meister in Ablenkungen.

 

Wie kam ich zu Spiritualität?

Nein - ich erfuhr nicht mit dem Lichtblitz die große Erleuchtung. Grundsätzlich bin ich ein sehr vielseitig interessierter, offener  und neugieriger Mensch.  Alles, was abseits der bekannten Straßen lag und liegt, interessiert mich. Das war immer schon so. Lebenslanges Lernen ist für Ausdruck des natürlichen Prinzips von Wachstum und Entfaltung. Schon als Wissenschafterin habe ich mich intensiv mit Fragen wie "woher komme ich?", "wohin gehe ich?", "was ist meine Aufgabe in diesem Leben?" etc. beschäftigt. Die Philosophie gab mir darauf erste Antworten. Doch ich suchte weiter ...

Wie viele Menschen kam ich jedoch so richtig durch Schicksalsschläge zur Spiritualität. Mir war sie Orientierung und Hilfe, mich selbst wieder zu finden, meine Aufgaben zu erkennen und mich auf meinen Weg zu machen – geordnet und sortiert. Viel davon kann man in meinem Buch „Botschaften vom Leben“ nachlesen.

 

Wie lebe ich Spiritualität?

Sehr einfach – ich mache seit 1997 täglich meine Bewegungsmeditation, weil ich mich gerne und sanft bewege. In der langsamen Bewegung bin ich am besten innerlich verbunden. Ich mache meine Mediation immer am Morgen, weil ich zu dieser Zeit sehr präsent und aufnahmefähig bin. Zudem mache ich immer wieder untertags Yoga- und QiGong-Übungen, weil Sitzen beim Schreiben unabdingbar ist und ich dann die fließende Ausgleichsbewegung gerne habe. Wann immer möglich, gehe ich achtsam und bewusst. 

Die Ernährung habe ich vor Jahren auch umgestellt – undogmatisch. Was "man" dazu sagt und schreibt, interessiert mich nicht. Ich habe ein sehr ausgeprägtes Körpergefühl entwickelt. Das ist mir wichtig und das pflege ich.  Verstand und Gefühl sind mir beide gleichberechtigt und ich weiß mittlerweile, was ich wofür einsetze. 

Doch ... auch meine Tagesabläufe und Übungen ändern sich im Zeitlauf, denn auch ich ändere mich laufend. Wichtig ist mir, offen zu bleiben, denn nichts ist unbrauchbarer als eine laue Routine, wenn man Spiritualität im dargelegten Verständnis als Teil des Lebens betrachtet. 

Spiritualität ist für mich daher nichts Besonderes, sondern etwas ganz Natürliches. 

 

Wie fließt sie in meine Coachings und Beratungen ein?

Es fängt damit ein, dass ich meine Arbeit nicht als klassische Arbeit verstehe, sondern es ist natürlicher Lebensbestandteil und Teil meines Soseins. Damit ist die Trennung aufgelöst. Das klingt für viele gefährlich, weil es angeblich keine Freizeit gibt. Doch mit Disziplin, Achtsamkeit und Bewusstsein und einer ordentlichen Prise an Unterscheidungsvermögen habe ich mit diesem Zugang mehr sogen. Freizeit als in all meinen vorherigen Tätigkeiten. Da ich die geistigen und irdischen Prinzipien kenne und lebe, hat sich eine natürliche Bewegung ergeben. 

In meinen Arbeiten, sowohl als Autorin als auch als Coach und Beraterin hat damit Spiritualität einen natürlichen Platz. Da muss ich gar nicht groß drüber reden und schreiben. Es ist einfach so. Das äußert sich z.B. darin, dass ich meinen Klienten anfänglich gerne zuhöre, um die Geschichten, die sie sich oft jahrelang erzählen, herauszuhören. Ich nehme Menschen ernst. Jede Frage ist groß genug, um sie zu beantworten. Respekt und Wertschätzung, Wahrnehmung und Achtung sind mir wesentlich dabei.  Ausgleich gehört ganz natürlich dazu. 

Ich lasse auch meine gelebte Spiritualität nicht heraushängen, bin daher auch nicht besser als meine Klienten, und schon gar nicht erleuchteter. Wir sind alle am Weg. Und dabei ist es oft hilfreich, Begleitung zu haben, die einiges schon durch hat. Daher sehe ich mich primär als Begleiterin von Menschen. Ich gebe meine Erkenntnisse, meine beruflichen Erfahrungen, mein akademischen Wissen, mein spirituelles Wissen und meine Lebenserfahrung weiter und biete Möglichkeiten an. Daher schalte ich in Gesprächen auch nicht auf spirituell um, sondern das ist ganz natürlich einfach da. Was der einzelne dann damit macht, liegt in seinen Händen. 

 

Esoterik – pfui, oder was?

Auch die Esoterik hat mich einige Zeit begleitet. Ja, warum soll ich mich dafür schämen? Es hängt immer davon ab, was man draus macht. Bei allen energetischen Arbeiten gilt der Grundsatz, dass Missbrauch nicht gestattet ist. Wer also die Instrumente missbraucht, der muss damit rechnen, dass es irgendwann zurückkommt. Nein, es geht dabei vorerst nicht ums Geldverdienen damit. Sondern es geht um die Wahrhaftigkeit, die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, mit der man verantwortungsbewusst Wissen weitergibt - gleich wie man es bezeichnet. Wer Macht mit seinem Wissen ausübt, darf damit rechnen, dass es gemäß Resonanz zurückkommt.

Als ich Ende der 1990er Jahre einstieg, waren beide Bereiche noch vermischt. Heute werden sie strikt getrennt und die Esoterik wird abgewertet und die Spiritualität wird bessergestellt - zumindest in den sogenannten Fachkreisen.

Mein Zugang ist ein anderer. Wenn ich von Esoterik schreibe, meine ich den Zugang in seiner ursprünglichen Version – als Lehre für Eingeweihte, für Wissende … denn das, was man weitergab, war, wenn man nicht wusste, wie man damit umzugehen hatte, gefährliches Wissen. Daher hat man es auch jahrelang unter Verschluss gehalten. Ich meine, das war damals gut so.

Heute ist Spiritualität in seiner Vielfalt in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Esoterik gibt es auch, wenngleich sie verwaschen ist und mit dem ursprünglichen Verständnis nicht mehr viel zutun hat. Doch ich zähle mich zu den spirituellen Menschen, die sehr geerdet und gehimmelt sind.

Daher lege ich großen Wert auf begriffliche Klarheit im Sinne von Achtsamkeit. Ich lege Wert auf Klarheit und Wahrhaftigkeit. Da kommt dann doch die Wissenschafterin in mir durch. Man muss schon wissen, worüber man redet und schreibt. Was ich unter Spiritualität verstehe, kann mann oben nachlesen. Gerne noch ein weiteres Mal.  

Nichts, was ich erkenne, lebe und weitergebe, ist neu. Alles ist vorhanden ... oft schon seit Jahrtausenden. Ob es für mich immer einfach ist? Nein. Doch es war bislang immer dann, wenn ich tatsächlich Begleitung brauchte, auch eine für mich stimmige Begleitung da.

 

In diesem Sinne ... herzlich willkommen im Leben.

 

Ihre Andrea Riemer