WAS ICH IHNEN SCHREIBEN WILL ...zu traurigem Glamour

Langsam die Szenerie verlassend … Hinein-Spüren … Hin-Lauschen … die Leere in der scheinbaren Fülle wahrneh­mend. Die Traurigkeit im Glamour bemerkend. Die Bühne verlassend, in der Garderobe steht Wasser bereit. Ein paar Fragen, ein paar GedankenSplitter, durchatmen, wirken lassen. Die Töne hallen nach, der Applaus ist vorbei, die Zuneigung, ja – die Zuneigung ist eine Zeiterscheinung, kurz, heftig … und dann ist der nächste Auftritt wieder zu erarbeiten, zu erringen – bei aller Freude und bei aller Leichtigkeit.

Ich spüre immer wieder als Beobachtende in diesen Gedanken Hohlheit, Show, Blabla, leeres Geschwätz, Lachen, wenngleich die Tränen im Innen so präsent sind und es einen zerreißt … und doch immer ein Funke von Unerreichbarkeit für die breite Masse … und doch immer ein Funke von eigener Göttlichkeit in diesem Ozean an gleicher Masse an Lemmingen, an Trittbrettfahrern, an Möchtegernkopien … und doch berührend, weil berühren wollend, und doch ansteckend, mitreißend, kraftvoll.

 

Ein Abend voller Widersprüche, voller Gedanken, die sich nicht abstellen lassen, die sich ihre Bahn brechen … einfach GedankenSplitter … einfach da …

 

aus: Andrea Riemer, GedankenSplitter, Band 1, Berlin/Potsdam 2016.

Copyright Text und Bild, Andrea Riemer