WAS ICH IHNEN SCHREIBEN WILL ... Abgetreten

Nach dem Auftritt, Kälte, Frieren, Überforderung, Schulterklopfer, Einsamkeit zwischendurch, ein hoher Preis, mit sich alleine, sich verstecken müssen, Isolation, Abschottung … Laufen, Rennen, sich immer wieder neu erfinden, auf der Rasierklinge tanzen und ja nicht fallen, denn die Kritik ist erbarmungslos, die Konkurrenz wartet nur darauf, bei allem scheinheiligen Lob, denn wie viele Karrieren begannen durchs Einspringen?

Die Medien – interessiert und gleichzeitig auf den Fehler wartend, was immer dieser Fehler auch sein mag. Schwäche zeigen – wohl doch nicht, und sei sie noch so klein. Sie würde nicht verziehen werden in dieser Anspruchs- und Leistungsgesellschaft, die von ‚über‘ nur so trieft und selbst diesen Ansprüchen nur in den seltensten Fällen gerecht wird.

Kaum Verständnis im Umfeld, Irritation, die Stimme schonen, schlafen gehen, ausruhen, leise sein, einsam, alleine sein, Kraft schöpfen, Inspiration durch Applaus, durch Zuneigung … und wieder alleine mit den Gedanken, den Ängsten, der scheinbar eigenen Unzulänglichkeit, den Schmerzen an Körper und Seele, den Möglichkeiten, den Wünschen, den Träumen, dem Wollen, dem eigenen Sein, den Ansprüchen so vieler, dem undefinierbaren und kaum zuordenbaren Druck … den GedankenSplittern, die sich schemenhaft zum Bild formen und sich wieder auflösen. Abgetreten in GedankenSplittern.

 

aus: Andrea Riemer. GedankenSplitter, Band1, Berlin, Potsdam 2016

Copyright Text und Bild - Andrea Riemer

Dazu eine wunderschöne Leserin-Reaktion:

Liebe Frau Riemer,
soeben habe ich Ihren Post gelesen und ich weiß, ganz bestimmt brauchen Sie keinen "Trost", darf ich Ihnen dennoch mal sagen, daß ich ihre Beiträge gerne lese, na ich tue es einfach. Es geht uns allen wohl so od. ähnlich, auch mir und deswegen fühle ich es, auf meine Weise.
Bei mir ist es so, daß ich scheinbar bei anderen kein gehör finde seit einiger Zeit. Es gibt Ignoranz und Ablehnung, das ist nicht nur in der 3D welt so, das ist vielfach so, viele meinen,wenn sie von Liebe schreiben, das wäre schon Liebe. Es ist dann wie weggeschrieben.
Ähnlich derer, die ich vor vielen Jahren aus der Kirche kommen sah und danach gaben sie Gas: Saufen, streng mit den Kindern und die Ehefrau gängeln. Bescheidene Scheinheiligkeit. 
Bei Ihnen nehme ich Tiefe wahr und auch Schmerz und dennoch/ mitten darin tiefe Akzep-Tanz mit dem Leben. Danke dafür!
Ich hab Sie lieb,
Hilke