WAS ICH IHNEN SCHREIBEN WILL ... zu Verleumdungen aller Art

Wenn der Neid nicht mehr ausreicht, dann, ja dann wird zu härteren Bandagen gegriffen. Verleumdung ist so eine Bandage. Also ehrverletzende Aussage – im vollen Bewusstsein, die Unwahrheit zu verbreiten. Manche sehen ihren Lebensinhalt darin. Wenn nur diese eine Person weg ist, dann – ja dann wird alles anders, meinen die Verleumder. Naja …

Die Folgen: Rufschädigung in vollem Bewusstsein der Verleumder. Und die Rufschädiger suhlen sich in der Kloake, die sie verbreiten, im Sumpf der Unwahrheiten. Die Verleumdung wird zur Hydra, zu einem faktischen Gespenst. Irgendwann werden die Verleumder Teil von diesem Spiel, dem sie sich nicht entziehen können. Ja – sie glauben, dass die Verleumdung ihre Wahrheit ist. Es existiert ja nur diese eine, ihre, Wahrheit. Und sie sind besessen von dieser ihrer Wahrheit, im Nichtbewusstsein, was sie anrichten, im eigenen Leben und im Leben anderer.

Es ist beißend, schmerzend und abstoßend für jenen, der verleumdet wird. Jede aufklärende Aktion ist der berühmte Schritt hinten drein. Denn: wo Rauch ist, da muss ja auch Feuer sein. Irgendetwas muss ja dran sein, an der veröffentlichten, gestreuten Behauptung. Irgendetwas bleibt – bei jeder Gegendarstellung – hängen – und zwar für beide Seiten. Es hängt alles vom Umgang mit der Wahrheit ab.

Manche meinen, dass Verleumdung ein wesentlicher Rechtfertigungsgrund sei. Und sie rechtfertigen dies mit dem Gemeinwohl. Wenn man jemanden nicht auf legalen Weg loswerden kann, weil er nicht freiwillig geht – ja dann einfach mal so im Vorbeigehen diesen Unwilligen anpatzen, ein bisschen verleumden – und vielleicht geht er ja doch. Kann ja auch eine ‚sie’ sein, die zum Gehen per Verleumdung aufgefordert wird. Wehren ist kaum möglich. Denn man ist immer den berühmten Schritt hinten nach. Alle Energien werden blockiert, weil man immer achtsam sein muss, was man wo sagt und tut bzw. nicht sagt und nicht tut.

Ich will da gar nicht mit Beispielen kommen. Der geneigte Leser kennt das sicherlich. Ich bin sicher, Sie haben das auch schon erlebt. Auf welcher Seite waren Sie – nur so als kleine Zwischenfrage?

Es ist was es ist …

 

aus: Andrea Riemer. GedankenSplitter, Band1, Berlin, Potsdam 2016

Copyright Text und Bild - Andrea Riemer