WAS ICH IHNEN SCHREIBEN WILL ... Zum Abschied

Gedanken zum Gehen, zum Verlassen, zum Tod, zum Ende … Verlassen des heutigen Tages, der heutigen Stunde, Abschiednehmen, die Freude und die Würde sich bewahren, selbstbestimmt entscheiden, wann ich gehen will. Seltsame Gedanken, als ich so da liege und die Bilder vor meinem inneren Auge vorbeilaufen - in eine unbeschreibbare und doch hoffnungsfrohe Leere zum Abschied. Wir tabuisieren den Tod, den natürlichen Teil unseres Sein, den wir beim ersten Atemzug miteingekauft haben. Wir schauen bei einem wesentlichen Bestandteil unseres Seins weg – und wissen nicht, wohin wir schauen sollten. Wir sind wie schlafende Götter, unbewusst – und doch immer erschaffend, jedoch unbewusst – wie beim Abschied, beim Tod, beim Gehen. Ist der Tod der letzte große Besitz? Dürfen wir selbst entscheiden, wann wir wieder gehen, wann wir unsere körperliche Hülle verlassen? Dies sind wohl die großen Fragen, fast so alt wie die Menschheit selbst. Gibt es eine Antwort – ja, eine sehr persönliche Antwort, nach vielen Abwägungen … sie liegt in jedem Einzelnen von uns. Unangenehm, angstmachend, kraftvoll, lichtvoll … alles zugleich.

 

Wie diese abschiedlichen GedankenSplitter … für den Moment. 

 

aus: Andrea Riemer. GedankenSplitter, Band1, Berlin, Potsdam 2016

Copyright Foto und Text, Andrea Riemer

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