WAS ICH IHNEN SCHREIBEN WILL ... zu positiven Sätzen und Gedanken hier und da

Vor allem auf Sozialen Medien beobachte ich sie, die Motivationssätze, die positiven Gedanken, die Aufforderungen, die zahlreichen, oft bunt bebilderten Botschaften, was denn zu tun sei, um gut zu leben, glücklich zu sein und Ordnung zu machen, aufzu-steigen (wohin?), sich zu verändern. 

Viele davon sind bekannt. Viele erreichen unsere Hirne und beschäftigen unseren Verstand. Ja eh, eigentlich, richtig, so ist es ... das sind die mentalen inneren Bestätigungen. Und dann begegne ich auf dieser Beobachtungstour den Transformations-touristen. Jenen, die immer laut über Veränderung schreien, diese jedoch nie ernsthaft angehen. Denn ... was geschieht nach dem Lesen?

Weiter im Tempo, weiter im Hamsterrad, weiter im Trott, weiter in den ausgelatschten, bekannten Schuhen, immer wieder die alten Klamotten anziehen, weiter in der vielgescholtenen Komfortzone herumlungern, weiter, weiter, weiter ... kein Wunder. Es sind ja mentale Zustimmungen, die gegeben werden. Der Verstand ist für viele dieser Botschaften der falsche Ort.

Erstaunt? Vielleicht. Der passende, stimmige Ort liegt etwas tiefer, im vielzitierten Herzen. In dem Ort, den man fühlt, den man mittlerweile wie einen Donut auch energetisch nachweisen kann. In dem Ort, wo eigentliches Leben, jenseits der fröhlichen, optimistischen, warnenden, aufklärenden, etc. Botschaften stattfinden. Das Herz ist nicht fassbar. Darum geht es auch gar nicht. Sie heben gerade die Augenbraue voll Erstaunen? Lesen Sie gerne weiter. Es geht ums Empfinden, ums Fühlen. Davor haben die meisten noch immer Angst. Es wurde ja mit aller Vehemenz verdrängt.

Dorthin zu gelangen, ist ein Weg, der viel und gleichzeitig gar nichts abfordert. Es ist die bloße Entscheidung sich dort hinzubegeben. Ohne Gelinggarantie. Ohne Sicherheitsabonnement. Ohne Rundum-Sorglos-Paket. Ohne GPS. Ohne Plan. Ohne Zahlen, Daten, Fakten. Ohne Bestätigung. Ohne Anerkennung.

Einfach so, jenseits der vielen Botschaften ... einfach SEIN.

 

 

Aus: Andrea Riemer, GedankenSplitter, Band 1, Potsdam, Berlin 2016

 

Copyright Text und Bild - Andrea Riemer