SONNTAGGEDANKEN KREUZ&QUER ...zur Harmonie von Geben und Nehmen

Seit längerem fällt mir die große Disharmonie im Großsystem Menschheit auf. Nichts Neues. Natürlich ist es nichts Neues. Heute ist vielen bewusst, dass etwas nicht stimmt, in unserer Wirtschaft, unserer Gesellschaft, unseren Familien.

Das Großsystem, wie auch viele Kleinsysteme,  ist in einer Schieflage, die Tausende Gründe hat, über die ich gar nicht mehr schreiben will, dazu habe ich seit Monaten immer wieder, oft viel kritisiert von sogenannten ExpertInnen, einiges geschrieben. Gleich vorne weg - ich stehe nach wie vor zu dem, was ich geschrieben habe.

Was ich hier und jetzt will, ist, mir Gedanken über andere Wege zu machen und welches die Bedingungen für andere Wege sein könnten, um wieder in eine einigermaßen gerade Lage im Großen und im Kleinen zu kommen. Ich schreibe „könnten“, denn wir wissen nicht, wie diese Bedingungen aussehen. Wir können sie bestenfalls erahnen, auch wenn manche Gurus anderes behaupten.

Denn eines ist klar: so wie bislang geht es nicht mehr weiter. Wir können mit bekannten Modellen und Theorien nichts mehr verändern. Es ist nicht mehr möglich, in der altvertrauten Komfortzone zu verharren - außer man ist passionierte/r SchmerzwiederholerIn. Die vielzitierte Komfortzone wird uns auf kurz oder lang in aller Deutlichkeit unter unseren Füßen davon gezogen ... ein Teppich der anderen Art. 

Und was kommt dann? Wir wissen es nicht. Punktum. Jede/r, die/der anderes behauptet, hat nicht begriffen, in welchem Umbruch wir uns befinden. Wir können etwas erahnen, mehr nicht. Und ich versteige mich auch nicht zu mehr. 

So - das wäre nun auch geklärt. Was also könnte man tun? Lassen Sie mich folgendermaßen beginnen. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Harmonie von Geben und Nehmen eine dieser Grundbedingungen sein kann. Jenseits aller pseudospirituellen Ansätze – sehr praktisch und anwendungsorientiert. Geist und Materie streben nach Verbindung. Es ist genau diese Verbindung und Verbundenheit, die, aus der inneren Betrachtung heraus, zur viel zitierten und so ersehnten Harmonie führen. Dies ist ein Grundprinzip von Systemen. Es geht um das "sowohl-als-auch" und nicht um das "entweder-oder".

Wo kann man mit dem Verbinden beginnen? Sehr einfach. Diese Harmonie beginnt in einem selbst. Dort alleine ist der Anfang. Niemand im Außen ist dafür zuständig. Ich schreibe – Gottseidank. Denn das bedeutet, dass jede/r Einzelne es in ihren/seinen Händen hat, etwas zu tun. Man muss nur in die Gänge kommen. Vorbei ist das Warten. Vorbei ist die Delegation an „Muttis und Vatis“. Vorbei ist das Abgeben von der vielzitierten und schon zu Tode bemühten Eigenverantwortung.

Wer das verstanden hat und in der Lage ist, das Herz mit dem Intellekt auszudeuten und damit genau diese Verbindung aus Geist und Materie erschafft, die/der hat gewonnen. Und wenn auch die konkrete Anwendung im eigenen Leben gelingt, dann, ja dann leistet man den größtmöglichen Beitrag zum Gelingen von etwas Neuem. Mehr ist für den ersten Moment gar nicht nötig.

Also – Stopp der Verurteilungen, der Beurteilungen, der Neidereien, der Beschimpfungen jener, die die anderer Meinung sind, der Abwertungen, die allesamt oft aus einer inneren Mangelhaltung entspringen und mindestens gleich oft scheinheilig sind.

Es geht doch viel einfacher. Das wäre dann – möglicherweise – wahrlich spirituell, die Ausgleich aus Geist und Materie, von Herz und Verstand. Wie sähe unsere Welt dann aus? ….

Copyright Text und Bild – Andrea Riemer