GEDANKEN KREUZ&QUER ... Zur Ignoranz

Ich beobachte eine interessante Haltung im Kollektiv, jene der Ignoranz. Man sei – ach so überfordert, ach so geflutet von Information, ach so müde und erschöpft, habe einen so schreck-lichen Job, und die Familie sei so schwierig und - du weißt ja, wie das ist, mit dem Zeitmanagement. Es ist eine Kollektivjagd von einer Katastrophe in die nächste - und es geht immer noch ein bisschen mehr. 

Ignoranz grassiert genauso wie der von mir schon öfters beschriebene Gier-virus. In Kombination sind die beiden unschlagbar.

In einer Zeit des vielzitierten Burnouts und seines Gegenpols, des Boreouts, der Bemühung von Umbrüchen aller Art, um die eigene Unfähigkeit, das eigene Leben auch tatsächlich zu führen, der kollektiven Überforderung durch die zahlreichen Entwicklungen und Prozesse, die alle nicht über-raschend sind, wenn man sich damit beschäftigt, die Terminscheinhektik (weil nie nein gesagt wird und die Scheinhektik die eigene Schein-wichtigkeit erst erschafft, die Ham-sterradfahrerei, der Druck, der nie auf-hört (insgeheim will man ihn auch gar nicht abgeben, denn dann ginge die vermeintliche Wichtigkeit ja verloren) die unendliche Suche und Sehnsucht nach dem großen Glück, die Illusion, dass einem alles in die Wiege und vor die Füße gelegt wird, der Anspruch, dass „die das oben“ es endlich richten sollen, nein – sie müssen liefern, denn dafür wurden sie gewählt, die permanente Vernaderei, die großflächige Schlechtmacherei  und der tiefsitzende Neid gegen das sogenannte Establishment (wer immer das sein mag; jedoch - was vage ist und bleibt, eignet sich hervorragend als kollektiver Prügelknabe), in dieser Zeit, wo einfach mal Innehalten angesagt ist, das würde schon reichen.

Mir kam bei diesen Beobachtungen ein Gedanke: was wäre, wenn alle die Ignoranten vom Leben ignoriert würden? … Was wäre dann …? Nun denn, das Leben in seiner Schönheit und Fülle ignoriert diese Ignoranten schon lange, nur bemerken sie es nicht. Macht nichts … es gibt immer wieder neue Chancen.

 

Copyright Text und Bild – Andrea Riemer

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