GEDANKEN KREUZ&QUER ... Zum Nehmen ohne zu geben

Ich beobachte eine generelle Haltung, dass das, was nichts kostet, mit Freude ohne Danke und Reaktion genommen wird. Gierig, gerafft, konsumiert, ohne auch nur einen Funken an Dankbarkeit. Es ist eine Gier- und Nehmer-gesellschaft, eigenverantwortungbefreit, tief in der gedankenlosen Konsumgier verstrickt und damit zum Untergang verdammt. Gierig werden die Buffets leergefressen, da gehen jegliche Manieren verloren und alle Hemm-ungen werden über Bord geworfen. Wenn es etwas umsonst gibt, dann sind die Scharen in Massen angestellt. Da gibt es sogar etwas Geduld, um an den Futtertrog zu kommen. Die Sonderschnäppchen gehen weg wie die warmen Semmeln und die Umsonstgoodies werden wortlos aus der Hand gerissen. Es wird betrogen, hinterzogen, getrickst und ausgetrickst. Die Freude am Umsonst ist oft diebisch. Hauptsache es kostet nix.

Wenn hingegen die geringste Gegenleistung zu erbringen ist, um das Ganze im Fluss zu halten und eine Grundharmonie zu ermög-lichen, dann wird die oben angeführte Masse und Schar ziemlich überschaubar. Und es wird sofort und umgehend gejammert und der Rückzug wird ebenso umgehend angetreten. Das kostet ja 'was ... das muss ich mir überlegen. Selbst bei der kleinsten Gegen-leistung wird - plötzlich - überlegt.

Es fehlt an Achtung, an Würdigung für das Gegebene und für den Gebenden. Es fehlt an Respekt und Wertschätzung. Und diejenigen, die diese Tugenden besonders oft und laut betonen, denen fehlen sie im Regelfall am meisten - zumindest in meiner Beobachtung. Vor allem dann, wenn die gegebene Leistung immateriell ist, d.h. sich nicht in einem Hamburger und Pommes erschöpft.

Ich schreibe das so drastisch, weil ich es so beim Kleinsten und beim Größten wahrnehme, in letzter Zeit sehr gehäuft.

Was ist die Folge? Nun die JägerInnen werden weiter jagen, solange, bis der Tisch leer ist, solange bis es nichts mehr zu holen gibt und die Goodybag nicht mehr existiert.

Ob sie dann munter werden? Ich habe meine Zweifel, was jedoch auch nichts macht. 

Was ich vorschlage? Mögen all jene, die nur nehmen, einfach eine Ehrenrunde drehen. Wenn die nichts fruchtet, dann eben eine weitere. Solange bis sie gelernt haben, dass Harmonie und Frieden nur im Ausgleich möglich sind - zwischen Geben UND Nehmen, und dass man zuerst geben muss, um nehmen zu können.

Klingt kompliziert? Dann schlage ich einige Momente der Ruhe und des Innehaltens vor, um darüber nachzudenken - BEVOR das nächste Gratisbuffet gedankenlos und würdelos leergefressen wird. 

  

Copyright Text und Bild – Andrea Riemer

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