GEDANKEN KREUZ&QUER ... Zu Helden (aus GedankenSplitter, Band1)

Helden gelten oft als Idealtypus, als Projektionsfläche für das eigene Vorgehen, wenn wir nach Vorbildern in unserer beliebig gewordenen Zeit suchen. Sie sichern uns, die wir Anerkennungsjunkies sind, scheinbar das, wonach wir suchen - Liebe, Ruhm, die unbekannte und doch ersehnte Unsterblichkeit. Wobei – auch sie sind Anerkennungsjunkies – und so gleicht es sich wieder aus, denn es geht ja gar nicht anders.

Dabei ist den meisten gar nicht klar, wie sich die eigene Unsterblichkeit definiert. Helden sind oft so ganz anders als wir glauben. Sie sind still, unerkannt, unbekannt, verdeckt lebend, abwesend, ungewürdigt, unbeachtet. Helden sind nicht strahlend, sondern oft gefallen, traurig, menschlich - also deutlich weniger glamourös als wir gemeinhin annehmen. Helden gehen scheinbare Irrwege, verlaufen sich, zeigen Schwächen und ihre Schattenseiten. Sie sind erschöpft, sind ausgelaugt, einsam und vereinsamt, ausgebrannt und verbrannt. Schein und Sein sind oft zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe. Doch – gerade das alles macht sie zu Helden, weil sie eben auch menschlich sind.

Helden wandeln sich heute und morgen - wie auch wir uns wandeln.

 

 

Copyright Text und Bild – Andrea Riemer

Kommentar schreiben

Kommentare: 0