GEDANKEN KREUZ&QUER ... Zum Rhythmus (aus: GedankenSplitter, Band1)

Oft beobachte ich, dass der Rhythmus in unserem Sein abhandengekommen ist. Die Allzeit- und Überallverfügbarkeit von vielen hat den Rhythmus ad absurdum geführt. Rhythmus ist nicht nur eine Zeitabfolge von Begebenheiten, die eine gewisse Struktur und damit Orientierung vorgeben. Hier geht es um den Puls in unserem Sein, der Orientierung gibt.

Dies ist deutlich mehr als die zeitlich festgelegte Abfolge von Aktivitäten, die strukturiert wird, durch eine innere Taktierung zusammengehalten wird. Daraus ergibt sich ein inhärenter Spannungsbogen. Es ist eine gewisse Pulsierung im Rahmen unseres Seins, die charakteristisch ist. Dieser Puls kann manches Mal flach und dann wieder sehr intensiv, ja durchaus aggressiv sein. Dazwischen gibt es zahllose Abstufungen.

Gewisse Situationskonstellationen schließen eine gewisse Pulsierung aus.

Wann haben Sie das letzte Mal Ihren Pulsschlag wahrgenommen? Als Sie Angst hatten und das Herz bildlich runtersackte? Als Sie sich freuten und Ihr Herz vor Freude hüpfte? Ja – das sind zwei Extreme. Was ich schreiben will: vielen ist die Pulsierung genauso abhandengekommen wie der natürliche Rhythmus. Sogar die ach so bekannten Jahreszeit sind offenbar zurzeit aus dem Rhythmus, aus dem Takt.

Rhythmus bringt uns zu uns selbst in Kon-Takt. Wer aus dem eigenen Takt gerät, ist meistens takt-los. Keine sehr angenehme Eigenschaft für sich selbst und auch nicht für das Umfeld.

 

 

Copyright Text und Bild – Andrea Riemer

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