GEDANKEN KREUZ&QUER ... Zum Spiritualitätswahn, zu Gurus und zum Spiritualitätstourismus

Kaum einer kann sich der aktuell grassierenden Spiritualitätswelle entziehen. Es ist mittlerweile ein Spiritualitätswahn draus geworden. Der Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt. Ich beobachte die Szene seit gut 20 Jahren, habe manches mitgemacht und vieles einfach nur beobachtet.

Heute gehe ich meinen eigenen Weg. Mir ist gleichgültig, was andere über mich denken und reden. Mein Weg ist mein Weg, unvergleichbar und nicht von anderen nachgehbar. Vor allem ist es ein zutiefst gelebter und erfahrener Weg.

Mit meinem Schreiben gebe ich Impulse, die man nehmen kann, wenn man will, jedoch nie muss. Ich will inspirieren – nicht mehr, nicht weniger. Ja - ich freue mich, wenn meine Texte und Gedanken gelesen werden. Ich will anregen, jedoch nie zu etwas zwingen. Es gibt keine Dogmatik bei meinen Gedanken. Sie sind Angebote, nicht mehr, nicht weniger. Mehr geht aus meiner Sicht auch gar nicht. Ansonsten blinzeln die Gurus und das berühmte Ego um die Ecke. Willkommen in den zahlreichen spirituellen Gefängnissen. Es gibt kaum eine Welt, in der mehr verurteilt wird als in der sogenannten spirituellen Welt. Und es gibt kaum eine Welt, in der so viele TouristInnen unterwegs sind, wie in der spirituellen Welt.

Ich habe mittlerweile mit all den Rückblicken in diverse Vergangenheiten, Leben und sonstiges hineinzublicken, aufgehört. Auch mit allen Analysen und Lösereien ist bei mir seit einiger Zeit Schluss. Ich halte das alles für eine ganz große Ablenkung von dem, was meine eigentliche Aufgabe ist, auf mich hinzublicken und aus dem Herzensverstand heraus zu leben, einfach zu leben.

Für mich ist das Leben meines Lebens das einzig Wichtige. Damit bin ich beschäftigt genug. Das, was mir mitgegeben wurde, sinnstiftend zu gestalten, das ist meine Aufgabe. Es ist der Fokus auf das für mich Wesentliche. Alles andere existiert für mich, ich beobachte, ich nehme wahr – jedoch – ich engagiere mich nicht mehr. Ich überzeuge niemanden, weil es nicht meine Aufgabe ist, zu überzeugen. Ich lebe mein Leben. Wer mit mir mitgeht, ist herzlich willkommen und darf sich meiner Aufmerksamkeit erfreuen. Wer nicht will, darf natürlich auch sein.

So lebe ich jenseits des spirituellen Mainstream, jenseits der spirituellen Dogmatik – und es lebt sich ausgezeichnet damit – ob Licht, ob Schatten – alles darf in mir sein. Und das ist unglaublich befreiend und erleichternd. Denn – meine wichtigste Aufgabe ist Mensch zu sein und zu leben.

 

Copyright Text und Bild - Andrea Riemer

 

 

 

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