GEDANKEN KREUZ&QUER ... Zu alleine zu zweit und zu zweit alleine

Ich beobachte gerne in meiner Umgebung, ob Menschen in der Lage sind, mit sich selbst zu sein und ob sie auch in der Lage sind, zu zweit zu sein. Warum schreibe ich darüber? Es gibt in meiner Wahrnehmung kaum eine Zeit, wo sich Menschen so entzweiten wie hier und jetzt. Unvereinbarkeiten, unüberbrückbare Differenzen, kein Schein, sondern Sein ist angesagt, und, und, und. Das zieht sich durch private Beziehungen ebenso wie durch berufliche Partnerschaften. Oft das Ende der berühmten Fahnenstange erreicht und die Wege trennen sich. Oft ist der Prozess still und unbemerkt. Mindestens gleich oft ist der Prozess schmerzhaft und laut. Man macht sich die Luft, die man Jahre, ja oft Jahrzehnte nicht bzw. nicht ausreichend bekam. Das Alleinsein zu zweit hat ein Ende.

Und dann, dann gibt es eine interessante Parallelbewegung. Sie umfasst jene, die sich zu zweit herausnehmen aus dem Prozess, die mit sich alleine sind. Das mag paradox, ja fast wie ein Oxymoron klingen. Menschen, die mit sich sein können, die mit sich im Reinen und innerlich geordnet sind, Menschen, die mit sich eine Partnerschaft eingehen können – diesen Menschen begegne ich vermehrt. Es sind jene, die sowohl beruflich als auch persönlich in der Lage sind, echte, wahrhaftige Beziehungen einzugehen. Es sind jene, die, weil sie mit sich alleine sein können und in keiner Weise abhängig sind, die besten Partner sind, um sich und etwas zu bewegen.

 

Schön, dass es diese Menschen mehr und mehr gibt – sie ermöglichen zu zweit all-eins zu sein. Eine traumhaft-reale Aussicht.

 

Copyright Text und Bild - Andrea Riemer

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