GEDANKEN KREUZ&QUER ... Zu Geschenken

Ich beobachte eine grassierende Lieblosigkeit und Gedankenlosigkeit, wenn es um die sogenannten kleinen Geschenke des Lebens geht. Ein Lächeln, ein Wort, eine Anregung, ein ehrlicher Händedruck, ein Gedanke, eine Idee, ein Hinweis … kaum wird dies wahrge-nommen, ja nicht einmal mehr als selbst-verständlich genommen.

Dies merke ich auch bei meinen Blogbeiträge, bei Lesungen, bei LesungsKonzerten. Es wird konsumiert, abgenickt, geliked ohne gelesen, geschweige denn verinnerlicht zu haben.

So frage ich mich, ob überhaupt begriffen wird, dass es sich um tägliche Geschenke handelt. Was nichts kostet, ist nicht wert. Muss immer mit Geld bezahlt werden, um einen Wert einschätzen zu können? Was wäre wenn Freude am Erleben, am Lesen, am Impulse erhalten eine Währung wäre? Oder verlange ich zu viel in dieser Angstzeit, in dieser Umbruchzeit, in dieser Unsicherheitszeit, in dieser Hyperkonsumationszeit, in dieser Sehnsuchtszeit, ohne genau zu wissen, wonach man sich sehnt?!

Wer darauf wartet, dass andere die eigenen Lebensthemen für einen lösen, der hat nicht begriffen, worum es hier und heute geht. Wer die kleinen Dinge nicht ehrt und würdigt, der hat nicht begriffen, was Leben im tiefsten Sinn ausmacht.

Nein, dies ist kein Jammern, denn das wohnt mir nicht inne. Dies ist ein Konstatieren und Diagnostizieren, auch eine Form von Grenzensetzen, denn die grassierende Lieblosigkeit stößt mich mehr und mehr ab.

Die geneigten LeserInnen dürfen mit diesen Gedanken Kreuz&Quer machen, was sie wollen. Und wenn sie nichts machen, dann ist es ausschließlich ihre Angelegenheit – nur – bitte nicht jammern, wenn es diese Beiträge nicht mehr gibt.

 

 

Copyright Text und Bild – Andrea Riemer

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