GEDANKEN KREUZ&QUER ... Zur kollektiven Überforderung

Vor kurzem hatte ich anlässlich einer Veran-staltung ein sehr intere-ssantes Gespräch über jene, die bereit sind, sich auf meine Texte einzu-lassen und sich auch Zeit für sich selbst nehmen. Was mir in diesem Gespräch und in vielen Gesprächen, die ich in letzter Zeit immer wieder führte, auffiel, war die Generalanmerkung - „die Menschen sind einfach überfordert“. Die täglichen Nachrichten, das individuellen Gefühl des eigenen Unglücks und der Unzufriedenheit, das Gehype rund um Wahlen und um die Politik, die Flüchtlingskrise, Terroranschläge, gehäufte Krankheiten, Arbeits-platzunsicherheiten, Skandale aller Art, generellen Unsicherheiten, Perspektivenlosigkeit und, und, und …

Nun denn – das mag durchaus eine Wahrnehmungsperspektive sein. Sie ist zugegebenermaßen sehr bequem, denn wenn man von kollektiver Überforderung spricht, dann lässt es sich in der anonymen Masse abtauchen. Dann muss keiner etwas tun, man redet sich aufeinander aus, klagt fröhlich weiter so dahin, beschuldigt „die da oben“, die Banken, das Geldsystem, die Flüchtlinge, die EU, die Amerikaner, die Russen, die NSA usw. Der Fantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Wenn Sie sich dazuzählen und – vielleicht – jetzt peinlich berührt sind – es ist Ihre, ausschließlich Ihre ganz persönliche Wahl, dazuzugehören. Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen, solange Sie in der kollektiven Hypnose mitmachen, werden Sie drinnen bleiben. Wenn Sie sich wohlfühlen, dass ist das fein für Sie. Wenn dies nicht der Fall ist, dann haben Sie nur eine Möglichkeit:

Sie alleine entscheiden über Ihren Ausstieg aus dem kollektiven Königsdrama. Es ist eine simple, bewusste Entscheidung. Ich habe jedoch nicht behauptet, dass es dabei immer alles streichelweich und geradeaus ist. Sie werden viel verlieren. Sie werden schlaflose Nächte verbringen. Sie werden von Zweifeln, ob denn das alles richtig sei, geplagt werden. Sie werden keine verbindliche Antwort erhalten, ob sie Ihr Ziel erreichen. Nichts von dem werden Sie erleben.

Was Sie jedoch erleben werden, ist der Weg, Ihr ganz persönlicher Weg ins Neue, ins noch nicht Dagewesene. Sie werden sich selbst entdecken und dazu noch viel Neues, bislang Unbekanntes.

 

Es ist liegt an Ihnen, ob Sie weiterhin in der kollektiven Überforderung mitmachen oder die Entscheidung für sich selbst treffen. Es liegt an Ihnen, ob Sie weiter im Generalchor der Jammerer mitträllern, oder ob Sie sich für einen Solopart entscheiden. Es liegt immer und ausschließlich an Ihnen,ob und  wo Sie dabei sind. 

 

Copyright Text und Bild - Andrea Riemer

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