GEDANKEN KREUZ&QUER ... zu Veränderung, die 365., Klappe

Ich weiß, wenn ich über Veränderung schreibe, dann kommt gedanklich das berühmte „ja, eh“ und „schon wieder“. Nun denn, das reicht seit längerem schon nicht mehr aus. Es reicht auch nicht aus, die Mehrheit klein zu halten und für dumm zu halten, frei nach dem Motto: die merken das schon nicht. Es reicht auch nicht mehr aus, im Gefangenendilemma des Oben-Unten-Schemas zu verharren und zu hoffen, dass nichts passiert, jedenfalls nicht „bei uns“.

Denn wenn hier und jetzt etwas passiert, dann kommt es mit voller Wucht und großer Härte. Sorry – zu lange weggesehen, zu lange geduckt, zu lange weggedrückt und sich das Leben schön geredet und noch schöner geschrieben.

Kassandra ist der freundlichste Ausdruck, den man mir vor einigen Jahren nach- und vor die Füße geworfen hat. Was ich nun wahrnehme – wahrlich nicht zu meiner großen Freude – ist ziemlich genau das, was mir auffiel, was ich aussprach und auch schrieb.

Ja, Veränderung tut weh, mitunter, vor allem wenn man gezwungen wird. Ja, Veränderung ist oft aufwändig, kostet Ressourcen und braucht seine Zeit. Ja, zwischendurch will man alles hinwerfen in diesem Veränderungsprozess und zweifelt nur mehr.

Jetzt groß von Veränderung zu sprechen – da folgen noch keine Taten – und nur an diesen wird man gemessen – jetzt also groß von Veränderung zu sprechen und weiterhin das Außen, seien es Meinungsforscher, politische Partner, die ach so ungebildete Bevölkerung für die eigenen Versäumnisse zu beschuldigen, ist gelinde geschrieben, der grundfalsche Zugang. Angst zu schüren in einer Zeit der erhöhten Unsicherheit und der komplexen Fragen ist ebenfalls der grundfalsche Zugang. Im Außen herumzufuhrwerken und Personen zu tauschen, ist der grundfalsche Zugang. Alles übrigens bereits seit vielen Jahren.

Wenn die Veränderung nicht von Innen her kommt, bei jeder/m Einzelnen, wenn nicht endlich erkannt wird, dass die/der Einzelnen als untrennbarer Teil des Ganzen und nicht „die da oben“ die undelegierbare Verantwortung trägt – dann geneigtes Leserpublikum fährt nicht nur ein Land vor die Wand. Da geht ein wenig mehr zu Bruch.

Denn: wenn heute etwas geschieht, dann mit voller Wucht – in die eine und in die andere Richtung. Wir haben es nach wie vor in der Hand. Nehmen wir die Zügel in die Hand und tun etwas Konkretes damit. Zu protestieren und den Frust zu zeigen, ist der erste Schritt, bei weitem jedoch nicht der letzte. Nun kommt es auf die besonnenen Köpfe an, die Worten jene Taten folgen lassen, die für das viel strapazierte Gemeinwohl relevant sind. Alles andere endet mit einem Crash an der vielzitierten Wand … und die ist bereits sehr nahe.

 

 

Copyright Text und Bild – Andrea Riemer

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