GEDANKEN KREUZ&QUER ... Zu Blumen- und Naturbildern

Es ist erstaunlich, wie beliebt Blumen- und Naturbilder auf sozialen Medien sind. Sie erhalten zahllose Klicks, Likes und Kommentare. Heute einen Blogbeitrag ohne Bild zu posten bedeutet, schlichtweg ignoriert zu werden. Das Worte und der Gedanke haben offenbar in unserer reizüberfluteten und informationsverschmutzten Gesellschaft nicht mehr die Kraft, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Nicht einmal Schmähgedichte und Majestätsbeleidigungen schaffen es, gelesen zu werden. Sie werden besprochen, jedoch kaum gelesen.

Ich frage mich, wie Menschen sich über Blumen- und Naturbilder selbst erkennen wollen. Oder ist der Grauen vor dem Blick ins eigene Gesicht schon derart groß? Ist die Angst, etwas im Wort wiederzuerkennen und einen Impuls für innere Bewegung zu verspüren, schon derart groß?

Selbst die Kombination aus Wort und Bild wird deutlich weniger wahrgenommen als ein paar nette Naturaufnahmen. Sie mögen das innere Auge für den Moment wie eine Zuckerbombe zufrieden stellen. Sie wirken jedoch nicht lösend, jedenfalls nicht für die Themen, die einen Großteil von uns jetzt hier und jetzt beschäftigen. Auch wenn dieser Großteil lieber weg sieht und sich im Anblick von putzigen Naturbildern ergeht. Die Lösung findet sich auch im schönsten Foto nicht.

So werde ich, trotz der vielen Fotos, die ich sehr gerne mache, weiter dranbleiben, manches Mal für den einen oder anderen auch unangenehme, stechende, brennende, schmerzende Botschaften verbreiten.

Es geht hier nicht ums Schönreden und Schönschreiben, sondern um ein Höchstmaß an Wahrhaftigkeit.

 

Copyright Text und Bild – Andrea Riemer

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