GEDANKEN KREUZ&QUER ... Sterben um zu leben

Was für ein Widerspruch – scheinbar. Hängen Leben und Sterben zusammen? Ja, natürlich. Ja, oft verdrängt, weil das Zweite so unangenehm erscheint. So drücken wir uns täglich durch unser Leben.

 

Das eine wollen wir im Übermaß. Das andere darf uns bitte nicht begegnen.

 

Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, dass das eine das andere bedingt? Wie wäre es mit dem Gedanken, dass das Wissen um den Tod das Leben noch kostbarer macht? Jeder Todesfall ist Impuls, sich mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen, hinzu-blicken auf das, was tatsächlich wichtig ist und auf das, was der Veränderung bedarf.

 

Was mache ich daraus, aus dem Geschenk des Lebens? Wo schlafe ich noch den Schlaf der Gerechten? Wo tauche ich durch, blicke weg, ergehe mich im Dauertun, im nutzen-orientierten und zielorientierten Handeln - ohne den Herzensnutzen und das Herzensziel zu erkennen? Kann man sterben lernen? Diese wohl auf den ersten Blick absurde Frage ist ein paar weitere Gedanken wert – auf den zweiten Blick. Das eine kann nur über den Gegenpol erfahren werden. 

 

So erscheint mir die zeitweilige Auseinandersetzung mit dem Sterben eine der Grundvor-aussetzungen, um überhaupt leben zu können und sich dieses Geschenk des Lebens immer wiederum aufs Neue bewusst zu sein.

Frei von Suchen, Süchten und Abhängigkeiten. Frei von Ängsten, von Trennung, von Kontrolle und Mangel.

Dafür frei für das Empfangen, das Vertrauen, die Liebe und die Verbundenheit - ganz besonders in Zeiten wie diesen. 

 

Coppyright Text und Bild - Andrea Riemer

 

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