GEDANKEN KREUZ&QUER ... Nach Paris, Istanbul, Brüssel ... und, und, und ...

Der nachfolgende Beitrag wurde von Andrea Riemer am 14.11.2015 veröffentlicht und an die aktuelle Situation angeglichen, um zu zeigen, wie wenig sich seither verändert hat. Er ist als Hinweis gedacht, endlich ins Tun zukommen.

Nun sind wir - wieder - in der kollektiven Hilflosigkeit und Ohn-Macht angekommen. Was ist der nächste Schritt - jenseits von Entsetzen, von Mitgefühl, von Trauer? Woran sich orientieren - nach der Schockstarre? Was schreibt man und sagt man, wenn die erste Wort- und Fassungslosigkeit gewichen ist? ...

Die Ereignisse von Paris, Istanbul, Brüssel zwingen uns - wieder einmal - zum Innehalte. Wir wischen uns die Tränen ab und blicken um, verschleiert, suchend, eben auch hilflos. Die Ereignisse von Paris, Istanbul, Brüssel machen klar, dass alte Rezepte, Kontrollen, Überwachung, Panikmache, Angstmache, noch mehr Polizei, Militär, Luftschläge und alle bestbewaffneten Armeen dieser Welt etc. nicht helfen, Anschläge zu vermeiden. Alles, was man versucht zu vermeiden, wird einem serviert. Ob man will, oder auch nicht.

Und nun, was ist nun – am Tag danach? Wir stehen – wieder einmal – an einer Wegkreuzung – und wir, jede/r von uns – darf wählen, welchen Weg sie/er nimmt. Keine/r ist ausgenommen. Jede/r ist betroffen und kann entscheidend den Gang der Dinge mit beeinflussen.

Was braucht es noch, um sich zu besinnen und ins Tun zu kommen? Wie oft habe ich bereits seit 9/11 gehört, dass die Nachrichtendienste und Behörden zu wenig vernetzt sind und ihre Informationen aus Unvermögen und Machtspielen heraus nicht ausreichend teilen? Wie viel Drama, wie viele Katastrophen, wie viele Anschläge mit Hunderten Toten braucht es noch, dass endlich eine Änderung im Denken, Fühlen, Sprechen und Tun bei jeder/jedem einzelnen eintritt? Brauchen wir es hardcore, damit wir endlich begreifen, dass es so, wie bisher, nicht mehr weitergehen kann?! Wann wird endlich zusammengearbeitet?!

Ich kenne Paris, Istanbul und Brüssel sehr gut. Es sind Städte, die ich immer gerne besuchte. Heute sind sie für mich Traurigkeit, Angst, Opfer, Tod, sinnloser Tod – und gleichzeitig ist und bleiben alle drei Städte mit ihren Eigenheiten in meinem Gedächtnis.

Genau in diesem Spagat befinden wir uns, in diesem Extrem des Polaren. Der Spagat ist seit dem letzten Mal noch größer, noch gespannter, noch drastischer, noch fühlbarer geworden.

Bevor der nächste Schritt gesetzt wird, erscheint mir Innehalten geboten – denn der nächste Schritt ist der entscheidende Schritt, wie es weitergeht – mit uns allen. ... Jenseits meiner sehr persönlichen Gedanken, jenseits des heutigen Tages ...

Copyright Text und Bild Andrea Riemer

 

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