GEDANKEN KREUZ&QUER ... Der Tag danach - Zeit zu handeln

Wieder einer dieser Tage danach, nach Dramen, Tränen, Wut, Betroffenheit. Und was, was? Nun, jenseits von der Feststellung, wir seien eine frei Gesellschaft und diese Freiheit wollen wir behalten. Was kommt jetzt?

Nun denn – ich frage, was Freiheit denn bedeutet? Und - hinterfrage, ob wir eine freie Gesellschaft sind und lege jeder Einzelnen und jedem Einzelnen nahe, sich selbst zu fragen, wie frei sie und er sind. Sie sind der Anfang jeglicher Freiheit. In meiner Wahrnehmung bin ich mit vielen Gefangenen konfrontiert. Wir sind von Freiheit weit entfernt.

Solange jedoch die Mehrheit unfrei ist, wird sie sich nicht erheben. Und es Zeit, sich zu erheben. Es ist Zeit, endlich nach dem oftmaligen Mundaufmachen, nach den voll-mundigen Worten, nach den Worten des Entsetzens und der Betroffenheit – es ist Zeit ins Handeln zu kommen. Handeln können jedoch nur jene und jener, die tatsächlich innerlich frei und geordnet sind. Es nützen weder strengere Grenzkontrollen, noch mehr Sicherheitskräfte, noch strengere Gesetze, noch Razzien. Es nützen auch keine martialischen Sprüche gegen Flüchtlinge und gegen jene, die sie hereinlassen – schon weil „gegen“ immer genau das hervorbringt, was verhindert werden will. Das ist so, tausendfach erprobt und bewiesen. Es nützen auch keine noch so hohen und so dichten Grenzzäune. Sie schrecken nicht einmal ab.

Das Einzige, das zu Frieden führt, ist, wenn jede und jeder endlich Frieden bei sich selbst machen. Was so einfach klingt, ist gewiss nicht immer einfach - selbst erprobt - ich kann daher bestätigen, es ist nicht immer einfach, es lohnt jedoch - und - mir erscheint dieser Weg des Friedenmachens im Einzelnen mittlerweile alternativlos.

Es ist der erste Schritt, der nun endlich zu machen ist. Es ist Zeit, an die Wurzel zu gehen und im Einzelnen zu beginnen. Es ist Zeit, Altes endlich in die Ordnung zu bringen.

 

Es ist Zeit zu handeln und es ist Zeit, endlich damit anzufangen.

 

 

Copyright Text und Foto Andrea Riemer

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